Das innere Trommelfell
Man muss sein Zwerchfell, das innere Trommelfell sozusagen, gespannt und bereit halten, um Anfragen empfangen zu können: die wichtigsten klopfen am leisesten, sie haben aber eine intensive Form des Berührens, eine unverkennbare; und oft üben sie nur einen ganz sanften, gegen das gespannte Organ sich lehnenden Druck: dann vor allem ist ihnen zugleich das Wort zu erteilen; und von dieser organischen Sprache sich durchdringen zu lassen ist der Anfang eines sinngemäßen Lebens, nicht nur des inneren Lebens, sondern auch des äußeren, das hier die wahre Voraussetzung seiner eigentlichen Technik findet.Montag, 23. April 1951
Heimito von Doderer, Commentarii 1951 bis 1956: Tagebücher aus dem Nachlass. München : Biederstein, 1976. – S. 44

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