An einem Abend bei Urs Widmer ließ sich der österreichische Autor H.C. Artmann über die unterschiedlichen deutschen Dialekte, sein Steckenpferd, aus. Er kam auf psychologische Unterschiede zu sprechen. Irgendwie geriet das in eine Spekulation über Rassen. Der ebenfalls anwesende Boehlich unterbrach das dahinplätschernde Gespräch mit der Klage, wie unterdrückt die ehemaligen Kolonialvölker doch immer noch seien. Daraufhin der österreichische Dichter und Dialektforscher in stärkstem Wiener Idiom: »Was wollen Sie denn? Der Sohn sitzt in der UNO, und der Vater war ein Menschenfresser.« Boehlich verließ sofort den Raum.
Karl Heinz Bohrer.
Jetzt: Geschichte meines Abenteuers mit der Phantasie. Berlin: Suhrkamp, 2017, S. 184.
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