Gesamtkunstwerk (6)
Labels: Gesamtkunstwerk
»Dafür kommt man nach Sibirien?« »Nach Sibirien, nach Sibirien! Sofort nach Sibirien!«
Die Unfähigkeit zur Maskerade, der Mangel an Distanz, der Drang, sich auszusprechen, sind tausendfach die Handschrift der deutschen Zivilisation geworden, [...]Karl Heinz Bohrer, »Physiognomie als Erkenntnis: zum aktuellen Phänotyp deutscher Politik«, Merkur 588, März 1998, S. 260.
Müsste sie nicht in Nürnberg-Erlangen Judenhass Volkswirtschaft lehren, Orientalismus überwinden und koloniale Denkmuster bekämpfen, wäre Binzel schon gerne dabei gewesen, als die vernichtete bzw. vertriebene palästinensische Bevölkerung ihre Helden (u.a. Akram Abu Bakr und Mahmoud Issa, z.Zt. Renaissance Cairo Mirage City Hotel) empfing.
Labels: raccolta
Labels: raccolta
The Gukurahundi genocide refers to the systematic massacre of over twenty thousand Ndebele people in Zimbabwe from 1983 to 1987, orchestrated by the Fifth Brigade of the Zimbabwean army. This unit, trained in North Korea, operated outside the regular military chain of command and reported directly to Prime Minister Robert Mugabe. [...] Mugabe deployed the Fifth Brigade to eliminate perceived ZAPU threats, resulting in widespread atrocities against the Ndebele community. The operations included public executions, forced disappearances, and the establishment of re-education camps, often targeting civilians regardless of their political affiliations.
Labels: Mülltrennung
Zwei Tage nach dem Angriff bei einer islamfeindlichen Veranstaltung ist der Beamte seinen Verletzungen erlegen. Die Hintergründe der Tat sind noch immer unklar.FAZ 2.6.2024
Labels: raccolta
Man muss sein Zwerchfell, das innere Trommelfell sozusagen, gespannt und bereit halten, um Anfragen empfangen zu können: die wichtigsten klopfen am leisesten, sie haben aber eine intensive Form des Berührens, eine unverkennbare; und oft üben sie nur einen ganz sanften, gegen das gespannte Organ sich lehnenden Druck: dann vor allem ist ihnen zugleich das Wort zu erteilen; und von dieser organischen Sprache sich durchdringen zu lassen ist der Anfang eines sinngemäßen Lebens, nicht nur des inneren Lebens, sondern auch des äußeren, das hier die wahre Voraussetzung seiner eigentlichen Technik findet.Montag, 23. April 1951
Die neue Jugendbewegung ist, in ihrem aktionistischen Teil, eine reaktionäre Weigerung, sich der Einsicht zu stellen, daß der beschleunigt ablaufende gesellschaftliche Gesamtprozess kein Subjekt hat, daß es keine individuelle oder kollektive Instanz gibt, die ihn im ganzen zu steuern vermöchte. Damit verbindet sich die Weigerung, es hinzunehmen, dass die Zukunft, in die man aufbricht, objektiv ungewisser als je zuvor ist.
[...]
Die in ihren Motiven und Formen skizzierte Flucht in die Zukunft bedroht nicht nur die Flüchtigen selbst durch fortschreitenden Gegenwarts-, d.h. Wirklichkeitsverlust. Sie bedroht potentiell uns alle, und zwar im Extremfall durch die Folgen einer neuen Kultur der Gewalt, deren Pegel ja tatsächlich weltweit ansteigt. Das anthropologische Geheimnis des Terrors, die der Mensch gegen seinesgleichen übt, ist nämlich gerade nicht moralische Korruption, sondern der Glaube, dass die heile Welt notwendig und unabwendbar bevorsteht und nur noch ein letzter Feind vorhanden, der den Anbruch der heilen Welt gegenwärtig aufhält. In ihrer Flucht in die Zukunft kultiviert die neue Jugendbewegung genau diesen Glauben.
Hermann Lübbe, ›Flucht in die Zukunft‹ (1971)
Baerbock ist die No-Bullshit-Ministerin mit unerschrockenem Klarheitsduktus, Roth die Politik-Expressionistin, die ganz aus der Fülle der Begeisterung lebt.
[...]
Für die nigerianische Zivilgesellschaft kommt ein 50-jähriges Ringen zum Abschluss. Die Bronzen nehmen einen zentralen Platz im kulturellen Gedächtnis ein – als die Stewardessen des Inflandsflugs wissen wollten, welch seltsame Gesellschaft sie da in ihrem Charterflugzeug von Benin City nach Abuja flogen (so viele schwer bewaffnete Polizisten!), und ihnen erwidert wurde, dass es sich um eine deutsche Abordnung handle, die die Benin-Bronzen nach Nigeria zurückbringe, zeichnete sich auf ihren Gesichtern sogleich teilnahmsvolle Ergriffenheit ab. Die nigerianische Öffentlichkeit hat nicht weniger als die deutsche dieses Thema mit Leidenschaft verfolgt.
Ijoma Mangold heißt der Journalismus-Expressionist mit unerschrockenem Schwafelduktus, der uns mit diesem Bullshit aus Boko-Haram-Land auf die zivilgesellschaftliche Pelle rückt. (DIE ZEIT N° 53, 22. Dezember 2022, S. 49)
Nachtrag 5.5.2023
Tröstet Ijoma jetzt persönlich die Stewardessen?
Labels: Presseschau
Labels: Gesamtkunstwerk